Warum zahlen Frauen beim Friseur oft mehr als Männer, obwohl manche Männer lange Haare haben und manche Frauen nur die Spitzen schneiden lassen? Die kurze Antwort: Tradition, Preissysteme und Bequemlichkeit der Branche.
Viele Salons kalkulieren noch immer nach Damen- und Herrenschnitt. Das ist einfach zu verkaufen, aber nicht immer fair. Denn der tatsächliche Aufwand hängt eher von Haarlänge, Dichte, Technik, Wasch- und Föhnzeit sowie dem gewünschten Ergebnis ab als vom Geschlecht.
Ein überholtes System
Ein Mann mit langem, dichtem Haar kann mehr Zeit benötigen als eine Frau mit kurzem Schnitt. Trotzdem steht auf der Preisliste häufig „Herren 28 Euro, Damen 48 Euro“. Das wirkt wie eine alte Gewohnheit, die niemand mehr hinterfragt.
Fairer wären geschlechtsneutrale Preise nach Aufwand: Kurzhaarschnitt, Langhaarschnitt, Maschinenarbeit, Schnitt mit Waschen und Styling. Einige Salons machen das bereits. Kundinnen und Kunden dürfen nachfragen, wie der Preis zustande kommt.
Haare haben kein Geschlecht. Arbeitszeit schon.
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