Patchwork klingt nach bunter Decke. In Wirklichkeit ist es eher eine Baustelle, auf der alte Verletzungen, neue Beziehungen, unterschiedliche Regeln und große Hoffnungen gleichzeitig herumliegen.
Wenn ein erwachsenes Stiefkind in den Haushalt einzieht, verändern sich Abläufe und Erwartungen. Wer schon zwei jüngere Kinder versorgt, arbeitet und den Haushalt trägt, kann nicht zusätzlich dauerhaft Hotel, Restaurant und Wäscheservice spielen. Auch ein 22-Jähriger bleibt Teil der Familie. Aber erwachsen sein bedeutet, Verantwortung zu übernehmen.
Familie ist kein kostenloses Rundum-Paket
Ein Beitrag zu Miete und Lebensmitteln ist keine Strafe. Ebenso wenig sind Aufgaben im Haushalt eine Demütigung. Wer mit anderen zusammenlebt, beteiligt sich. Das gilt unabhängig davon, ob jemand leibliches Kind, Stiefkind oder Partner ist.
Klare Regeln vor dem Einzug
- Wie lange ist der Aufenthalt geplant?
- Welcher Beitrag zu Kosten und Haushalt wird erwartet?
- Wie werden Rücksicht, Ruhezeiten und gemeinsame Räume geregelt?
- Was passiert, wenn Vereinbarungen dauerhaft nicht eingehalten werden?
Grenzen können Beziehungen schützen
Manchmal führt eine klare Grenze zunächst zum Kontaktabbruch. Das tut weh. Trotzdem kann es richtig sein, einen Auszug zu verlangen, wenn das Zusammenleben dauerhaft einseitig geworden ist. Liebe bedeutet nicht, jede Belastung unbegrenzt hinzunehmen.
Familie darf auffangen. Sie darf aber nicht ausgenutzt werden.
Artikel ausdrucken oder als PDF speichern
Der Beitrag wird in einer klaren Druckansicht ohne Navigation und Werbung ausgegeben.


