Väter, die um verlässlichen Kontakt zu ihren Kindern kämpfen, werden häufig erst wahrgenommen, wenn sie laut werden oder irgendwann aufgeben. Dazwischen liegen Jahre aus abgesagten Wochenenden, vergessenen Elternabenden und dem Gefühl, im Leben der eigenen Kinder nur Gast zu sein.
Es beginnt oft scheinbar klein: Ein Umgangswochenende wird verschoben, weil angeblich etwas dazwischengekommen ist. Dann folgt das nächste. Geburtstage werden ohne Information geplant, schulische Termine zu spät weitergegeben. Der neue Partner übernimmt selbstverständlich Aufgaben, während der Vater außen vor bleibt.
Wenn Rückzug als Desinteresse gelesen wird
Nach Jahren des Kampfes ziehen sich manche Eltern zurück. Nicht, weil ihnen das Kind egal ist, sondern weil die ständige Zurückweisung seelisch zermürbt. Dieser Rückzug wird später gern als Beweis verwendet: Er hat sich doch nicht gekümmert. Dabei wird übersehen, wie viele vergebliche Versuche vorher lagen.
Kinder brauchen keine Loyalitätskämpfe. Sie brauchen Zugang zu beiden Eltern.
Für Kinder entsteht ein verzerrtes Bild, wenn Informationen gefiltert oder Beziehungen systematisch erschwert werden. Sie brauchen keine Helden und keine Schuldigen. Sie brauchen die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit beiden Eltern zu machen.
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