Frühzeitig bewerben

Beliebte Praktikumsplätze sind oft schnell vergeben. Deshalb lohnt es sich, mehrere Wochen oder Monate vorher anzufragen. Eine kurze, höfliche Bewerbung reicht bei manchen Betrieben, andere erwarten Anschreiben und Lebenslauf.

Jugendliche sollten möglichst selbst Kontakt aufnehmen. Eltern dürfen unterstützen, aber nicht jedes Telefonat übernehmen. Schon die Anfrage ist Teil des Lernens.

Gute Fragen vor dem Start

  • Wann beginnt und endet der Arbeitstag?
  • Wer ist die Ansprechperson?
  • Welche Kleidung oder Sicherheitsausrüstung wird benötigt?
  • Was muss die Schule an Formularen erhalten?
  • Gibt es Tätigkeiten, die Jugendliche aus Sicherheitsgründen nicht ausführen dürfen?
  • Wie kommt man zuverlässig zum Betrieb?

Im Praktikum zählt nicht nur Leistung

Niemand erwartet, dass ein Schüler am ersten Tag wie eine ausgebildete Fachkraft arbeitet. Viel wichtiger sind Pünktlichkeit, Interesse, höflicher Umgang und die Bereitschaft, Fragen zu stellen.

Wer eine Aufgabe nicht versteht, sollte nachfragen. Wer fertig ist, kann aktiv fragen, was als Nächstes zu tun ist. Solche einfachen Dinge hinterlassen oft einen stärkeren Eindruck als Fachwissen, das man in diesem Alter noch gar nicht haben kann.

Auch ein langweiliges Praktikum kann nützlich sein

Nicht jedes Praktikum wird spannend. Manchmal dürfen Jugendliche wenig machen, manchmal passt der Betrieb nicht, manchmal stellt sich heraus, dass der Wunschberuf doch nicht gefällt.

Das ist keine verlorene Zeit. Zu wissen, was man nicht möchte, ist ebenfalls Berufsorientierung. Wichtig ist, hinterher ehrlich zu überlegen: Was hat mir gefallen? Was nicht? Lag es am Beruf, am Betrieb oder an einzelnen Aufgaben?

Eltern: unterstützen, ohne das Praktikum zu übernehmen

Eltern können beim Lebenslauf helfen, den Arbeitsweg testen oder gemeinsam Kleidung vorbereiten. Im Betrieb selbst sollte der Jugendliche aber die Hauptrolle übernehmen. Beschwerden, Rückfragen und Missverständnisse sollten zunächst möglichst selbst angesprochen werden, solange keine ernsten Probleme vorliegen.

Ein Praktikum muss nicht den perfekten Beruf finden. Es soll helfen, sich selbst ein Stück besser kennenzulernen.

Nach dem Praktikum

Ein kurzes Dankeschön an den Betrieb ist eine gute Idee. Ebenso lohnt es sich, Bescheinigungen oder Beurteilungen aufzubewahren. Wer einen sehr guten Eindruck hinterlassen hat, kann später vielleicht erneut nach einem Ferienjob oder Ausbildungsplatz fragen.

Gut zu wissenFrüh bewerben, offen fragen, zuverlässig sein und am Ende auswerten: Das sind oft die vier wichtigsten Schritte für ein gutes Schülerpraktikum.
Arbeitszeiten und erlaubte Tätigkeiten von Minderjährigen unterliegen besonderen Schutzregeln. Schulen und Betriebe können zusätzlich eigene Vorgaben haben.